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Marketing-Preis für Martin Aye

22.11.2007 10:10

Große Auszeichnung für den Lübecker Call-Center-Betreiber Martin Aye: Der Unternehmer erhielt den 3. Lübecker Marketing Award für seine Geschäftsidee.

Die Preisverleihung gestern Abend war der Höhepunkt des 3. Lübecker Marketing-Forums, zu dem sich 300 Fachleute für Marketing und Vertrieb im Radisson SAS Senator Hotel getroffen hatten. Jury-Mitglied Professor Thomas Gey sprach in seiner Laudatio von der „tollen und ungewöhnlichen Marketing-Idee“, mit der die Aye Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr enorm gewachsen sei: Sie habe ihre Mitarbeiterzahl verdreifacht.
„Für uns ist dieser Preis eine tolle Sache“, sagte der 41-jährige Martin Aye den LN, denn das gebe ihm die Gelegenheit, über eine Branche zu sprechen, die häufig „an die Wand genagelt“ werde – womit er auf schwarze Schafe in seinem Geschäftsfeld anspielte.
„Wir achten sehr auf eine gute Arbeitsatmosphäre. Die Tatsache, dass Menschen gerne bei uns arbeiten, ist unser Kapital“, sagte Martin Aye in seiner Dankesrede und erläuterte sein Erfolgsrezept: Da sein Unternehmen früher stark von den Großaufträgen seiner Großkunden wie Krankenkassen, Versicherungen und Telekommunikationsunternehmen abhängig gewesen sei, habe er versucht, diese Abhängigkeit durch eine „Mehrmarkenstrategie“ zu reduzieren. Statt eines Call-Centers arbeiten heute vier unter dem Dach der Aye Unternehmensgruppe, und das an drei Standorten. Aye: „Wir sind ganz eng an unseren Kunden, sind aber nicht mehr nur Empfänger von Aufträgen, sondern machen unseren Kunden eigene Vorschläge.“ Das habe die Wachstumschancen gesteigert: So konnte man die Mitarbeiterzahl innerhalb eines Jahres von 249 auf 750 steigern und den Umsatz von 7,8 auf 16 Millionen Euro verdoppeln.
Dotiert ist der Marketing Award mit einem Sachpreis im Gegenwert von 15.000 Euro: Für diese Summe wirbt der Hauptsponsor, die Firma Stroer Deutsche Städte Medien, mit Großplakaten für das prämierte Unternehmen. Außerdem erhielt Martin Aye aus den Händen von Marketing-Club Präsident Frank Döring ein Gemälde des Lübecker Künstlers Rainer Wiedemann, Titel: „Der frühe Morgen“.
Seit dem Mittag hatten sich die Teilnehmer auf dem „Marktplatz“ im Foyer des Senator Hotels an den Ständen von über 20 Firmen informiert, hatten diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. „Wir wollten eine Kontaktbörse anbieten, damit die Besucher Netzwerke knüpfen oder ausbauen können“, sagte Sprecher Armin Andres. Und es gab zwölf interessante Fachvorträge – unter anderem über Preisgestaltung, den „Erfolgsfaktor Körpersprache“ oder Geomarketing. Besondere Aufmerksamkeit errang Andrea Seegelke. Ihr Beitrag hatte den schönen Titel „Warum Frauen das kleinere Gehirn haben – wie Frau ein Vorurteil zu einem Vorteil machen kann“.

LN, 22. November 2007

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